Fastnacht in Franken 2011
(Beitrag der „Altneihauser Feierwehrkapell’n“ – Verfasser Norbert Neugirg)
Guten Abend - die Kapelle freut sich sehr –
Ludwig: Wie oft müss’ ma denn jetzt noch hierher?
Ja! ---Wie oft muss dieser Haufen noch anrücken
und sich die Franken und das Volk anblicken,
das jedes Jahr in dieser Sendung hockt
und die Leut’ vorm Bildschirm schockt,
die für ihre GEZ-Gebühren
diese Franken konsumieren
und diese bay’rischen Regierungsfiguren
mit ihren Schlepptau-Kreaturen,
die sich hier ins Fernseh’n pressen
und, am Bekanntheitsgrad gemessen,
auch zu den Schrottwert-Prominenten
des Dschungelcamps gehören könnten.
Werte münchenferne Landesflanken
der bay’rischen Sahara Franken,
liebes und vom Zukunftsrat
Bayerns totgesagtes Land im Staat,
geschätzter, unter Guttenbergs Talent
leidender Ministerpräsident,
der Sie – der Sendung leider fern geblieben –
in Ingolstadt vorm Bildschirm liegen.
Herr Seehofer, Ihr wärt’ der Größte hier – glaubt Ihr!
Ludwig: aber zu Guttenberg, das Alpha-Tier,
hinter den sieben Bergen
bei den Berliner Zwergen,
ist noch tausendmal größer als Ihr –
- wenn er einen Doktortitel hätte,
dann hätte Guttenberg, der Typ, der nette,
in der Tat all das,
was der Horst noch nie besaß.
Doktor ist der Horst nie g’wes’n,
denn er hat seine eig’nen Thes’n
und weil die nie die gleichen bleiben,
wär’s unmöglich die abzuschreiben.
Horst Seehofer - zu ihrer Orientierung -
ist in Bayern noch an der Regierung,
obwohl zu Guttenberg vorm Rest der Welt
den Horst stets in den Schatten stellt.
Kommt Guttenberg, herrscht Sonnenschein,
Horsts Lichtlein wirkt dagegen klein
und gegen Gutti strahlt der Horst so schwach
wie eine Birn’ im Audi-Handschuhfach.
Doch ein geplatzter Doktortitel
ist wie ein Beleuchtungsmittel:
Fährt Guttis Leuchtkraft in den Keller,
strahlt der Horstl umso heller.
Übrigens hat Seehofer mir aufgetragen,
in seinem Auftrag hier zu sagen,
dass er seit jeher registriert,
dass ein Franke, der studiert,
höchstens dann ein Doktor wird,
wenn er was kopiert.
Herr Seehofer, nachdem Sie nicht erschienen,
halt ich mich nicht lang auf mit Ihnen
und begrüße die Seehofer-losen Reste,
sprich: Die weniger wichtigen Gäste:
Werte Minister und fürs Sitzen
hoch bezahlte Freistaats-Spitzen,
Staatssekretäre, Kirchenführer,
liebe rote, grüne Volksaufrührer,
geschätzte arme in Geist und in Gedanken
hoffnungslose Franken,
verehrte frische und verblühte Rosen
aus Frankens Sauerkraut-Kolchosen,
werte daher gelauf’ne Saalpersonen
liebe zuschauende Millionen:
Bitte nicht den Apparat abstell’n,
Hier ist die Altneihauser Feierwehrkapell’n!
Wir begrüßen den Herrn Sitzungskommandanten
einschließlich der zehn Hydranten,
die ihn in seiner Schießbude flankier’n
und statt Wasser Wein im Steigrohr führ’n.
Den einzigen, den man kennt,
ist der Sitzungspräsident,
die Andern hinterlassen keine Spur’n,
nichtssagende Figur’n.
Nimmt man den Elferrat in Augenschein,
fällt einem `s Kabinett von Bayern ein:
Nur der Horst bekannt und schlau,
die Anderen kennt keine S…eele!
Wohin man schaut, im ganzen Land,
die Affen nehmen überhand,
man braucht bloß RTL angaffen,
im Kasten und davor bloß Affen.
Auslaufmodels, Hungerhaken
aalen sich in Kakerlaken,
ein abgefuckter Langhaargreis
gibt sein Gesäß im Fernsehn preis,
sie baden in gekotzten Pfützen,
es gibt vom Hirschen Hodengrützen,
sie essen Rattenschwanz püriert
und ein Rollmops moderiert
dazu ins Klo live eine Schaltung,
so was nenn’ ich Unterhaltung!
Dagegen ist die Sendung hier um Längen öder,
hier sieht man bloß den Söder,
den Aiwanger und solche Lichter,
Quoten senkende Gesichter.
Würde Aiwanger in Kakerlaken baden,
würde das den Kakerlaken schaden
und würde er das Wort an diese richten,
würden diese Kakerlaken flüchten.
Leut’ mit verkorkstem Lebenslauf,
das Dschungelcamp nimmt jeden auf
und gibt dem Dasein neuen Sinn:
Ich bin ein Aff’ – lasst mich da drin!
König Gustav von Schweden
war im Puff schwer vertreten,
weil Königin Frau Sommerlath
vermutlich nicht dergleichen tat.
Der König nahm sich Rotlicht-Damen,
die offen ihm entgegen kamen,
unten und oben ohne
für König und schwedischen Krone.
Das hat sich bereits vor Wochen
im Milieu herum gesprochen,
weshalb in Schweden, die ihn kennen,
den Gustav König Pufftav nennen.
Von König Pufftavs Ruhmestat
nun zu Bayerns Zukunftsrat.
Die Zukunft macht im Bayernstaat
in München jetzt ein Zukunftsrat
laut dem in Bayern nur die Stadt
und Oberbayern Zukunft hat.Der Rat der Zukunft hat befohlen:
Franken wird verschenkt an Pol’n,
die’s vermutlich gar nicht woll’n.
Die Oberpfalz kommt zur Tschechei
und Niederbayern zur Türkei.
Der Zukunftsrat aus Oberbayern
hat Dioxin in seinen Eiern,
und das reicht bis ins Hirn hinauf,
drum hört in München Bayern auf.